Leseweisung

Im Jugend­straf­recht steht der Erzie­hungs­ge­dan­ke im Vor­der­grund. Des­halb zielt die jugend­rich­ter­li­che Sank­ti­on der Lese­wei­sung dar­auf ab, Erzie­hung zu för­dern und zu sichern, indem sich Jugend­li­che über das Medi­um Buch mit sich selbst, ihrer Straf­tat und Aspek­ten wie Schuld, Ver­ant­wor­tung oder Kon­flik­ten aus­ein­an­der­set­zen.

Als Reak­ti­ons­mög­lich­keit auf jugend­li­ches Fehl­ver­hal­ten kann die Aus­ein­an­der­set­zung mit einem Buch den Jugend­li­chen neue Sicht­wei­sen oder Ent­wick­lungs­per­spek­ti­ven eröff­nen. Unse­re aus­ge­wähl­ten Jugend­bü­cher haben viel­fach The­men zum Gegen­stand, die der Lebens­welt der Jugend­li­chen ent­spre­chen. Über die Geschich­te kön­nen Anknüp­fungs­punk­te zur eige­nen Per­son und zum eige­nen Ver­hal­ten her­ge­stellt wer­den.

Die Leseweisung dient der

  • Selbst­re­fle­xi­on
  • Aus­ar­bei­tung von Lösungs­stra­te­gi­en
  • För­de­rung von Spra­che und Aus­druck
  • Aus­ein­an­der­set­zung mit gesell­schaft­li­chen und per­sön­li­chen Pro­blem­la­gen

Die Lese­wei­sung ist ein Bei­trag gegen die Radi­ka­li­sie­rung der Spra­che und gibt Gesprä­chen eine oft ver­lo­ren­ge­gan­ge­ne Tie­fe zurück.

Wie wird die Leseweisung durchgeführt?

Beim ers­ten Gespräch wird mit den Jugend­li­chen gemein­sam ein geeig­ne­tes Buch aus­ge­wählt, das sie sich ent­we­der kau­fen oder bei uns aus­lei­hen kön­nen. Inner­halb eines fest­ge­leg­ten Zeit­raums muss das Buch gele­sen und gege­be­nen­falls die zuge­teil­ten Fra­gen beant­wor­tet wer­den. In den wei­te­ren Gesprä­chen folgt eine inten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit der Lek­tü­re, die eine Ver­bin­dung mit der Straf­tat oder der indi­vi­du­el­len Lebens­si­tua­ti­on her­stel­len kann.

KnastKinder

Der aktu­el­le Buch­tipp der Brü­cke Dach­au e.V.

Eine mit­rei­ßend dra­ma­ti­sche Geschich­te über Mani­las Kin­der­ge­fäng­nis­se

Die Bibliothek der Brücke Dachau